Jasmin İhraç - liú

26. Mai. 2021, 19:00 Uhr
HAU - Hebbel am Ufer

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* Englisch version below *

In der Weite des Meeres, der Unendlichkeit des Universums sind wir nicht mehr und nicht weniger als Sternstaub im Nichts. Fliehkraft, Gravitation und Durchlässigkeit, ständiger Wandel und geordnetes Chaos – in ihrer neuen Arbeit beschäftigt sich die Tänzerin und Choreografin Jasmin İhraç gemeinsam mit den Tänzern David Mendez, Abel Navarro und der Musikerin RENU mit der Frage nach potenziell unendlichen Bewegungen. Wie artikulieren sich Bewegungsprozesse, die einen Anfang aber kein Ende haben, die sich wiederholen oder periodisch sind?

Die Tänzer:innen mäandern durch verschiedene Aggregatzustände, zitieren gestenhaft Tanzsprachen, verkannte Pionier:innen und ausgestorbene Organismen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie gleiten, scheinbar der Schwerkraft enthoben, über spiegelnde Landschaften und fügen sich ein in wechselnde Gravitationsfelder und Soundlandschaften, die, getragen von Tabla, Cajón und Buchla, Rhythmen des Zirkulären generieren.

“liú” war ursprünglich als Tanzpremiere auf der HAU2-Bühne geplant. Aufgrund der derzeitigen Situation ist es dem HAU und der Künstlerin nicht möglich, diese Arbeit live zu präsentieren. Stattdessen ist eine filmische Dokumentation derselben entstanden.

*Das chinesische Zeichen “liú” steht für das kontinuierliche Fließen des Wassers, das In-Bewegung-Sein der Dinge, den Strom und Kreislauf über den alles miteinander verbunden ist. Es bezieht sich auf Prozesse in der Natur und das menschliche Leben.

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In the vastness of the sea, the infinty of the universe we are no more nor less than stardust in the void. Centrifugal force, gravitation, permeability, constant change and well-ordered chaos – in her new work, the dancer and choreographer Jasmin İhraç deals together with dancers David Mendez, Abel Navarro and musician RENU with potentially infinite movements. How do processes and movements that have a starting but no ending point, that are repetitive and periodic, articulate themselves? Does repetition mean reapparition of the same or constant change?

The dancers meander through different states of aggregation, while citing gestures of dance languages, forgotten and unacknowledged pioneers, extinct organisms of the past, present and future. They slide, seemingly almost free of gravity, over mirroring landscapes into changing fields of gravitation and soundscapes that; carried by tabla, cajón and buchla, generate rhythms of circularity.

“liú” was originally planned as a dance premiere on stage of HAU2. Due to the current situation, it is not possible for HAU and the artist to present this work live. Instead, a cinematic documentation of it has been created.

*The Chinese sign “liú” stands originally for the constant floating of water and the being-in-motion of things. The stream and cycle through which everything is connected refers to processes in nature and human life.