Woyzeck Interrupted + Nachgespräch

08. Mär. 2021, 19:00 Uhr @ Berlin

WOYZECK INTERRUPTED
von Mahin Sadri und Amir Reza Koohestani nach Georg Büchner 
Übersetzung: Sima Djabar Zadegan
Regie: Amir Reza Koohestani

EXTRA INTERNATIONALER FRAUENTAG - NACHGESPRÄCH
Alle zwei bis drei Tage stirbt eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner in Deutschland. Jedes Jahr verzeichnet das Bundeskriminalamt mehr als 100.000 Frauen (darunter Cis-Frauen, Trans-Frauen und sich nicht als binär verstehende Personen), die Gewalt Zuhause oder in der Partnerschaft erfahren. Hinter diesen Zahlen stehen Schicksale einzelner Frauen. Einige von ihnen sind Mandantin bei Christina Clemm, Rechtsanwältin und Autorin des Buches "AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt".
Schauspielerin Lorena Handschin und Dramaturgin Sima Djabar Zadegan unterhalten sich live im Anschluss an den Stream am 8. März mit Christina Clemm über das Muster, das diese sogenannten Einzelfälle eint. Welche strukturellen Probleme liegen ihnen zugrunde? Welche juristischen Schwierigkeiten stellen sich ein bei der Aufarbeitung? Und – wenn das Zuhause der gefährlichste Ort ist für eine Frau – wie ist die Lage aktuell im Lockdown?"

SEE ENGLISH VERSION BELOW

Der Stream startet pünktlich um 19 Uhr und läuft in Echtzeit bis 20.30 Uhr. Mit englischen Untertiteln. Im Anschluss Nachgespräch.
Stream Ticket: 20€ Supportticket – 10€ Normalpreis – 5€ ermäßigt I – 3€ ermäßigt II
Tickets für diesen Stream sind bis 19 Uhr erhältlich.
Wir empfehlen einen rechtzeitigen Login mit dem Ticketcode bis 18.55 Uhr.

Digitales Bonusmaterial zu Woyzeck Interrupted

Für Schulklassen: "Woyzeck Interrupted" bieten wir auch als Stream für das digitale Klassenzimmer an, den Sie für Ihre gesamte Schulklasse flexibel nutzen können. Stream für das digitale Klassenzimmer

Mit: Lorena Handschin und Enno Trebs

Alles steht im Zeichen der Unterbrechung: Die Proben zu einer Inszenierung von Büchners „Woyzeck“ sind kurz vor der Premiere unterbrochen, die Affäre des Hauptdarstellers mit der Hospitantin ebenfalls, genauso wie ihre Schwangerschaft und die Zukunftsphantasie eines gemeinsamen Kinds. Sogar ihre Trennung kommt durch einen Lockdown zum Stillstand. Das Paar, das kein Paar mehr sein kann und vielleicht auch nie war, ist in einer Wohnung eingesperrt, zurückgeworfen auf seine wechselseitigen Abhängigkeiten und auf die Echos von Büchners Text.

Zeitungsberichte über mehrere Frauenmorde und die entsprechenden Gerichtprozesse hatten seinerzeit den Anstoß gegeben für Georg Büchners „Woyzeck“. Hinsichtlich der Gewalttaten von Männern an Frauen hat sich in den bald zweihundert Jahren kaum etwas geändert. Noch immer wird alle drei Tage eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet in Deutschland. Das ist der Punkt, an dem die Dramatikerin Mahin Sadri und der Regisseur Amir Reza Koohestani mit ihrem Text ansetzen. Sie suchen nach den genderspezifischen Machtverhältnissen und der strukturellen Gewalt im Privaten. Angesichts der sich wiederholenden Femiziden in der Realität erzählen sie nicht nur einen Einzelfall, sondern zeigen auch ein Muster auf – nicht um es zu reproduzieren, sondern um es zu unterbrechen.

Regie: Amir Reza Koohestani
Bühne: Mitra Nadjmabadi
Kostüme: Lea Søvsø
Video: Philip Hohenwarter, Benjamin Krieg
Musik: Matthias Peyker
Licht: Kristina Jedelsky
Dramaturgie: Sima Djabar Zadegan, John von Düffel
Stream Konzeption: Guillaume Cailleau, Phillip Hohenwarter, Benjamin Krieg
Bildregie und Schnitt: Guillaume Cailleau

Zur Website des Deutschen Theaters Berlin

Während des Streams stehen wir bei Fragen oder Anmerkungen im Chat zur Verfügung. Bei technischen Schwierigkeiten oder Problemen mit dem Ticketing wende dich bitte an support@dringeblieben.de.

EXTRA INTERNATIONAL WOMEN'S DAY: after-show-talk with Christina Clemm (Lawyer), Lorena Handschin (actress) and dramaturge Sima Djabar Zadegan (in German language).
 
Woyzeck Interrupted
by Mahin Sadri and Amir Reza Koohestani based on Georg Büchner  
in a translation by Sima Djabar Zadegan
Director: Amir Reza Koohestani

Stream on 8 March 2021 from 7 - 8.30 pm (Live-Stream). With English subtitles.
Stream Ticket: supporter 20€ – normal 10€ – reduced I 5€ – reduced II 3€
Tickets for this stream are available until 7 pm.
We recommend a timely login with the ticket code by 6.55 pm.

With: Lorena Handschin and Enno Trebs

Everything is under the sign of interruption: the rehearsals for a production of Büchner's play "Woyzeck" are interrupted shortly before the premiere, the leading actor's affair with the intern is also interrupted, as is her pregnancy and the future fantasy of having a child together. Even their separation comes to a halt due to a lockdown. The couple, that can no longer be a couple and perhaps never was a couple, is locked in an apartment, thrown back on ​mutual dependencies and on the echoes of Büchner's text.

Newspaper reports of several murders of women and the corresponding court cases had provided the impetus for Georg Büchner's "Woyzeck" at the time. With regard to the acts of violence committed by men against women, hardly anything has changed in the almost two hundred years since then. Every three days a woman is killed by her partner or ex-partner in Germany today. This fact is the starting point for playwright Mahin Sadri and director Amir Reza Koohestani for their text. They search for the gender-specific power relations and the structural violence in the private sphere of society. In view of the recurring femicides in reality, Sadri and Koohestani not only narrate an individual case, but also show a pattern - a pattern which is not to be reproduced, but to be interrupted.

Director: Amir Reza Koohestani
Stage: Mitra Nadjmabadi
Costumes: Lea Søvsø
Video: Philip Hohenwarter, Benjamin Krieg
Music: Matthias Peyker
Dramaturgy: Sima Djabar Zadegan, John von Düffel

Website of Deutsches Theater Berlin

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