Liu Chengzhen: „Fuck Brecht“

25. Feb. 2022, 19:00 Uhr
Brechtfestival Augsburg 2022

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Angehende Theatermacher*innen aus China setzen ihre Lebensrealität in Bezug zu Texten von Bertolt Brecht. Sie entdecken biographische Resonanzräume, zum Beispiel im Gedicht „Vom armen B.B.“. Sie reiben sich an diesem westlichen Autor, der nur Debatten und Verwirrung stiftet. Sie erzählen von der Freundschaft zwischen Bertolt Brecht und Bai Juyi, einem chinesischen Dichter der Brecht in den 1940er Jahren im Exil begegnet und werfen ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter, über die Brecht immer wieder geschrieben hat.

„Fuck Brecht“
Ein auf Recherche basierender Film.
Wer zum Teufel ist überhaupt Brecht? Er ist ein Deutscher, der uns Debatten und Verwirrung bringt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Brecht nach China kam, begann sich das Chaos zu verbreiten. Ja, wir brauchen ihn. Seine Ideologie ist kein Problem und trägt zu unserer kommunistischen Sache bei, aber dieser seltsame westliche Schriftsteller… Wer ist er? Was ist der Verfremdungseffekt? Wie entsteht die Distanz zwischen der Bühne und dem Publikum? Wie geht man mit der verdammten Empathie um?
In dieser Videoarbeit reflektieren fünf Studierende über ihre Beziehungen zu Brecht – mit all ihren Emotionen, ihrer Wut, ihrer Rationalität, ihrer Analyse, ihrer Verwirrung, ihrer Entdeckungslust. Sie stellen historisches Archivmaterial und Aufnahmen aktueller Brecht-Inszenierungen einander gegenüber und verbinden sie mit persönlichen Gefühlen und akademischen Konzepten.
Dramaturgie: Liu Chengzhen
Entwickelt von: Han Lele, Yang Lin, Lian Zikun, Sun Yaqi.
Schnitt: Yang Lin, Han Lele

Textrechte:
Suhrkamp Verlag / Brecht Erben
Mit freundlicher Unterstützung von: