Großes Kino DDR – Vajswerk Recherchetheater

12. Nov. 2020, 20:15 Uhr
Im Anschluss an den Film möchten wir Sie ab 21:45 Uhr herzlich zu einem digitalen Publikumsgespräch per Zoom einladen. Dort können Sie dem Ensemble Fragen zum Stück, zu dessen Entstehung und zur Arbeit von Vajswerk im Allgemeinen stellen. Dem Zoom-Gespräch können Sie über diesen Link beitreten und sich mit folgenden Anmeldedaten einwählen:

Meeting-ID: 959 7320 6394
Kenncode: 92jJAN
 
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Einen historischen Fall – und mutmaßlichen Filmstoff – nimmt das Recherchetheater Vajswerk zum Ausgangspunkt für seine neue Darstellung von DDR-Geschichte. Die Geschichte einer Republikflucht wird in GROSSES KINO DDR zur Auseinandersetzung mit zentralen Begriffen von deutscher Teilung und Einheit.
 
Am 5. Juni 1962 wird der 19-jährige Peter Reisch tödlich verwundet, beim Versuch die deutsch-deutsche Grenze im Harz zu überschreiten. Dem Todesschützen – der zuerst ausgezeichnet wurde und dann seinerseits in den Westen floh – wurde ein Jahr später in Stuttgart der Prozess gemacht: Das Urteil gegen F.H. wurde zum ersten gegen die sogenannten Mauerschützen. Zu diesen beiden Männern gehört auch eine Frau: Ein Brief an sie steckte in der Jackentasche des Republikflüchtlings. In der Heimat fest verwurzelt, geriet sie zwischen die Fronten und lebt heute in Thüringen.
 
Die Geschichte dieser drei ist ein Stoff, aus dem großes Kino gemacht wird; Vajswerk macht daraus ein Recherche-Theater-Projekt. Und bietet es erstmals als Livestream an.

Das Vajswerk versteht sich als Dialog von Wissenschaft und Kunst und hat dieses Stück im Kollektiv erarbeitet. Dazu haben sich interdisziplinäre Ensembles zur historischen Recherche und ihrer szenischen Realisierung formiert. In GROSSES KINO DDR kommt ein Spezialgebiet von Vajswerk zum Tragen: die biographische Forschung. Wissenschaftler*innen und Künstler*innen recherchieren hierfür Biographien und geben diesen auf der Bühne Gestalt – als Vertreter der authentischen Figuren. Mehr Infos erhalten Sie auf unserer Website und Facebook-Page.

An diesem Projekt arbeiteten: Laura Mitzkus, Charles Toulouse, Manolo Palma, Markus von Schwerin; Julia Jägle, Mirko Winkelmann, Stefan Paul-Jacobs, Anne Decker, Christian Tietz; Mareike Trillhaas, Paul Fenski. 

Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sowie mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Berliner Mauer.

Kostenfrei
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