Gretchen 89 ff. - Theaterkabarett von Lutz Hübner

21. Jun. 2020, 19:30 Uhr @ Hinterhofsalon

Schräge Szenen aus dem Probenalltag

Man kennt ihn allzu gut, ja teilt ihn vielleicht insgeheim, den Stoßseufzer der alten gutsituierten Dame zu Beginn der Vorstellung: "Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist!" 
Aber wie ist denn nun ein Stück eigentlich?
Mit dieser berechtigten Frage lässt Lutz Hübner sein "Gretchen 89ff" beginnen. Gemeint ist die berühmte ‚Kästchenszene' in Goethes ‚Faust I' (Reclamheft Seite 89 folgende), in der das Gretchen jenes Kästchen voller Schmuck findet, mittels dessen Faust die Angebetete verführen will.
Den "Faust" braucht man hier weder zu kennen, noch zu mögen, denn nicht Goethe steht im Mittelpunkt, sondern andere Theatergötter: Regisseure und Schauspieler.
Wie besagte "Schlüssel" -Szene denn nun gespielt wird, hängt vornehmlich von dem Temperament und dem Zusammenspiel dieser beiden Kontrahenten ab. In neun Revue artigen Varianten proben die unterschiedlichsten Regisseure und Schauspielerinnen besagte Kästchenszene, in rasanten Wechsel, und bei jedem Zusammenprall dieser besonderen Art entsteht so ein ganz anderes Stück. Gretchen 89 ff. ist eine Liebeserklärung an die schillernde Welt des Theaters, ein persiflierender Spaß mit höchst vergnüglichen, pointierten Dialogen, der einen tiefen Blick hinter die Theater-Kulissen zulässt.

 

“Warum ein Stück so wird, wie sie es erleben und oft auch erleiden müssen, liegt an der seligen oder unseligen Kombinationen von Regie und Schauspiel, zwei von alters her natürlichen Angstgegnern. Der Vorgang erinnert ein wenig an den göttlichen Schöpfungsakt: Der Intendant, ein gnostischer Gott, der weder gut noch böse ist führt die beiden zusammen, wirft einen Text in die Arena und wartet hoffnungsfroh, was sich da entwickelt. In unserer kleinen Versuchsanordnung Faust 1, Gretchenszene, Seite neundundachtzig folgende.” Lutz Hübner

Es spielen: Monika Janzen, Marianne Schäle, Burga Schmitz-Stautner, Katinka Wiese, Werner Dahmen, Burkhard Gerkens, Georg Meierlücke und Géza Melczer-Lukács. 

Regie & Moderation: Géza Melczer-Lukács 

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