Drei sind wir

12. Apr. 2021, 20:00 Uhr @ Schauspiel Leipzig
Schauspiel Leipzig

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Drei sind wir (UA)
von Wolfram Höll
Auftragswerk des Schauspiel Leipzig

Regie: Thirza Bruncken
Mit: Julius Bornmann, Anna Keil, Bettina Schmidt, Sebastian Tessenow

Dauer: 1 Stunde, 20 Minuten

 

Frühling kommt in die Welt. Ein kleiner Mensch, der, noch nicht einmal angekommen, vielleicht schon bald wieder gehen muss. Eine seltene Art von Trisomie wird diagnostiziert und nur wenig Lebenszeit bescheinigt ihm der Arzt. Doch die Familie lebt mit Frühling ihren Traum und sie gehen nach Kanada, zu dritt. Sie kaufen ein Haus. Sie bekommen Besuch. Die Alten, die Eltern der Eltern, reisen an, das Kind zu sehen, es so lange zu sehen wie irgend möglich. Ihre Rundreise durchs Land ist ein Kreisen um das kleine Kind, das sie glauben, nur kurz als Großeltern erleben zu dürfen. Der Onkel reist an. Ein schwieriger junger Mann, der mit dem Kind fischen geht, der Fische fängt und sie wieder ins Wasser setzt. Und die Urgroßmutter reist an, mit einem Körper voller Schubladen, aus denen sie Dinge und Erinnerungen herausholt. Und Dias ihres verstorbenen Mannes – Dias, die sie nicht kennt, Dias, die sie zum ersten Mal sieht und die die Familiengeschichte neu schreiben werden. Und immer weiter wächst Frühling. Bis er irgendwann nicht mehr wächst. Und bleibt. Und dann nicht mehr bleibt, sondern kleiner wird. Bis er nicht mehr da ist.

Wolfram Hölls Texte sprechen vom Verschwinden. In „Drei sind wir“ ist es ein Kind, das verschwindet, unmerklich und erschütterlich. Es wird eine Welt gegeben haben und diese Welt wird nicht mehr sein. Von nichts weniger spricht der Text. Und das in einer Sprache, die in Worten und Bildern sich lyrisch verästelt, sich nicht verliert, die mit dem zu Erzählenden ringt und die schließlich ein Loch reißt, wenn die letzte Silbe verklungen ist. Aufgehoben und warm ist man in den Worten und kalt wird es, wenn sie aufhören.

 „Drei sind wir“ war Gewinnerstück des Mülheimer Dramatikerpreises 2016 und „Stück des Monats“ der Zeitschrift Theater heute im April 2016. Es ist als Auftragswerk des Schauspiel Leipzig und zum Teil im Rahmen einer vierwöchigen Schreib- und Übersetzungsresidenz von Wolfram Höll im Sommer 2015 in Montréal entstanden. Organisiert und gefördert wurde die Residenz vom Centre des auteurs dramatiques (CEAD) und dem Goethe-Institut Montréal.

Die Regisseurin Thirza Bruncken inszenierte u.a. am Schauspiel Köln, dem Volkstheater Wien, am Schauspiel Frankfurt, den Münchner Kammerspielen und dem Residenztheater München. Ihre Inszenierung zu „Stecken, Stab und Stangl“ von Elfriede Jelinek am Deutschen Schauspielhaus Hamburg wurde 1999 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Die Inszenierung der Uraufführung von „Drei sind wir“ in 2016 war ihre erste Arbeit am Schauspiel Leipzig.

 

Autor: Wolfram Höll
Regie: Thirza Bruncken
Bühne & Kostüme: Christoph Ernst
Choreographische Einstudierung: Sebastian Tessenow, Martin Opitz
Musikalische Einstudierung: Francesco Greco
Video: Gabriel Arnold
Dramaturgie: Torsten Buß, Christin Ihle
Licht: Thomas Kalz

Die Uraufführung fand am 20. Februar 2016 in der Spielstätte Diskothek des Schauspiel Leipzig statt, die ausschließlich der Gegenwartsdramatik gewidmet ist.

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