Die Hamletmaschine

26. Apr. 2021, 20:00 Uhr @ Deutsches Theater Berlin
Deutsches Theater Berlin

Die Hamletmaschine
von Heiner Müller
Regie: Dimiter Gotscheff

Mit: Alexander Khuon, Valery Tscheplanowa

Dauer: 1 Stunde
Stream Ticket: 20€ Supportticket – 10€ Normalpreis – 5€ ermäßigt I – 3€ ermäßigt II
Der Stream startet pünktlich um 20 Uhr und läuft in Echtzeit bis 21 Uhr.
Tickets für diesen Stream sind bis 20 Uhr erhältlich.
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Jedes Jahr am 26. April zeigen wir in den Kammerspielen Heiner Müllers Die Hamletmaschine, inszeniert von Dimiter Gotscheff, in der er auch selbst auf der Bühne stand. Seit 2013 spielen Alexander Khuon und Valery Tscheplanowa eine Version von Die Hamletmaschine, in der Gotscheffs Passagen per Video eingespielt werden. Die Passagen stammen aus einer Aufzeichnung aus dem Jahr 2007, die wir heute anlässlich seines Geburtstags auf dringeblieben.de. streamen. Dimiter Gotscheff wäre in diesem Jahr 78 Jahre alt geworden.

Heiner Müllers 1977 entstandener Text Die Hamletmaschine basiert auf seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Shakespeare. Parallel zu seiner Übersetzung von Hamlet für eine Inszenierung von Benno Besson am Deutschen Theater schrieb er diesen fremdartigen und rätselhaften Text. Er nimmt Figuren und Schlüsselszenen aus Shakespeares Stück auf, verzichtet aber beinahe ganz auf Handlung und Dialog. In einem alptraumartigen Szenarium in fünf auch formal unterschiedlichen Textfragmenten erscheinen u. a. Hamlet bzw. ein Schauspieler, der Hamlet spielt, und Ophelia als gespenstische Widergänger realer historischer Personen. Unterschiedliche und gegensätzliche kollektive Erfahrungen prallen aufeinander, viele Bezüge zu historischen Ereignissen der europäischen Geschichte und der Geschichte des Kommunismus nach dem 2. Weltkrieg stellen sich her. An der Figur des Hamlet interessierte Müller "das Versagen von Intellektuellen in bestimmten historischen Phasen, das vielleicht notwendige Versagen von Intellektuellen, ein stellvertretendes Versagen". Die innere Zerrissenheit des Hamletdarstellers, der sich bei dem Aufstand in Budapest 1956 "auf beiden Seiten der Fronten, zwischen den Fronten, darüber" sieht, mündet im Scheitern des Autors beim Schreiben eines Shakespeareschen Dramas und in dem Versuch der Revolte von Ophelia. Die Frontlinie verläuft nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen "den Metropolen der Welt" und den kolonialisierten Ländern.

Regie: Dimiter Gotscheff
Bühne und Kostüme: Mark Lammert
Musik: Bert Wrede

Die Premiere war am 8. September 2007 in den Kammerspielen.

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