Die Hamletmaschine آلية هاملت

25. Feb. 2021, 19:30 Uhr @ Maxim Gorki Theater
Maxim Gorki Theater

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Die Hamletmaschine

VON Heiner Müller

EIN PROJEKT DES Exil Ensemble

UNTER VERWENDUNG VON TEXTEN VON Ayham Majid Agha

REGIE Sebastian Nübling

AUSSTATTUNG Eva-Maria Bauer, MUSIK Tobias Koch, DRAMATURGIE Ludwig Haugk

»Dein für immer, meist geliebte Frau, solang diese Maschine zu ihm gehört. Hamlet.«

Shakespeare, Hamlet

Mit diesen Worten endet Hamlets berühmter Brief an Ophelia, in dem er versucht, dem einzig geliebten Menschen seinen Ausstieg aus dem System der Norm anzukündigen. Das Wort »machine« taucht bei Shakespeare nur ein einziges Mal auf. Es bezeichnet den Körper, der in der barocken frühaufklärerischen Zeit oft als Maschine, als aus vielen Teilen zusammengesetztes Wunderwerk, bezeichnet wurde. Shakespeares Stück selbst ist eine solche Theaterzaubermaschine. Eine Reflexion über Tod und Religion, über Norm und Wahnsinn, über Macht und Ohnmacht. Und neben all dem auch ein großer Text über das Theater selbst.

1977 schrieb Heiner Müller mit Die Hamletmaschine eine Adaption, die die Maschine im Titel führt. Das Exil Ensemble ist seit der Spielzeit 2016/17 Teil des Gorki. Die sieben Schauspieler*innen spüren mit Sebastian Nübling diesem und anderen Texten nach und forschen in dem ergebnisoffen angelegten Projekt nach der eigenen Position. Sie folgen mit Hamletmaschine dem Dramatiker, der die Position des Intellektuellen in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, radikal in Frage stellt, sezieren Müller folgend Shakespeare und setzen die verbleibenden Fragmente wieder zusammen.

Im Rahmen des Festivals Re:Writing the Future

Stücklänge: 1:30h

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»Thine evermore, most dear lady, whilst this machine is to him. Hamlet.«

Shakespeare, Hamlet

These words conclude Hamlet’s famous letter to Ophelia, in which he tries to tell the only person he loves that he’s withdrawing from the structure of norms. The word »machine« only appears once in all of Shakespeare. It refers to the body, which, during the early part of the Enlightenment, was often referred to as a machine, as a marvel composed of many parts. Shakespeare’s play itself is also such a machine of theatrical marvels. A reflection on death and religion, on norms and insanity, on power and powerlessness. And besides all this, it’s also a grand text about the theatre itself.

In 1977, Heiner Müller adapted this text in Die Hamletmaschine, which carries »machine« in the title. The Exil Ensemble has been part of the Gorki since the 2016/17 season. Together with Sebastian Nübling, the ensemble’s seven actors are investigating this and other texts, as well as researching their own positions in an open ended project. With Hamletmaschine, they’re pursuing the dramatist who radically questions the intellectual’s position in a world that is out of joint, dissecting Shakespeare, among others, and then putting the remaining fragments together again.


Foto: Ute Langkafel