Bayerisches Junior Ballett München: Programm 3

01. Aug. 2021, 20:30 Uhr @ Heinz-Bosl-Stiftung
Heinz-Bosl-Stiftung

Im letzten Programm der Digitalen Spielzeit 2021 zeigt das Bayerische Junior Ballett München ab 01. August 2021 abermals zwei sehr unterschiedliche Stücke: «Petite Corde» von Marek Svobodník ist eine humorvolle Hommage an den großen Choreografen Jiří Kylián. Den Abschluss bildet das schwungvolle «The New 45» von Richard Siegal, einer der angesagtesten zeitgenössischen Choreografen. Ivan Liška, Künstlerischer Leiter des BJBM, führt ein letztes Mal in das Programm ein und berichtet von der Arbeit der Heinz-Bosl-Stiftung im Hintergrund. Ensemble-Mitglieder lassen das Publikum an ihrem Lernprozess und den unterschiedlichen stilistischen Anforderungen der beiden Stücke teilhaben. Darüber hinaus erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer erstmals von den Tänzerinnen und Tänzern, welcher Gewinn die Zeit in der Company für ihre Karriere als Tänzer bedeutet.

 

«Petite Corde» ist eine Anspielung auf «Petite Mort» von Jiří Kylián. So wie das berühmte Werk Kyliáns, das sich heute im Repertoire von über 80 Ballettkompanien befindet, ist auch «Petite Corde» auf W.A. Mozarts 2. Satz des Klavierkonzert Nr. 21 choreografiert. „Das Stück war schwer am Anfang, weil es niemals leicht ist mit Requisiten zu tanzen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal mit einem Martini-Glas zwischen meinen Zehen tanzen werde,“ so berichtet Benedetta Musso von der Herausforderung bei der Einstudierung des Stückes. Der junge Choreograf Marek Svobodník ist Demi-Solist beim Tschechien Nationalballett in Prag und seit 2012 als Choreograf tätig. Seit 2015 ist er einer der drei künstlerischen Leiter der DEKKADANCERS – einer freien projektbasierten Tanz- und Produktionscompany in Prag, die national und zunehmend international Kreationen für Theater und auch private Veranstalter umsetzen. «Petite Corde» wurde 2014 in Prag uraufgeführt. Die Deutsche Erstaufführung fand 2018 im Rahmen einer Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater München statt. Das neoklassische Werk wurde von der Company bereits in Deutschland und Tschechien getanzt.

Das zweite Stück im Programm ist «The New 45» von Erfolgschoreograf Richard Siegal. Der US-amerikanische Choreograf, seit 2016 Künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Ballet of Difference (BoD) und ehemaliger Tänzer von William Forsythe am Ballett Frankfurt, schuf «The New 45» 2008 für das Internationale Tanzfestival Athen. Wie er selbst sagt, war diese Kreation „ein Akt der Rebellion, der Befreiung.“ Nach Jahren der intellektuellen Auseinandersetzung mit Tanz wollte er „etwas Leichtes schaffen.“ Mit der Einstudierung dieses Werkes 2012 begann eine langjährige Zusammenarbeit zwischen Siegal und dem Bayerischen Junior Ballett München. Einige ehemalige Tänzer des BJBM sind inzwischen Mitglieder seiner Company Ballet of Difference. Siegal schuf «The New 45» zur Musik alter Jazz-Schallplatten mit 45 Umdrehungen pro Minute. Obwohl das Stück leicht, witzig und charmant ist, verlangt es dem Tanznachwuchs doch höchste Körperbeherrschung und Musikalität ab. Ensemble-Mitglied Lotte James beschreibt ihre Arbeit an der für klassisch ausgebildete Tänzer ungewöhnlichen Choreografie folgendermaßen: „«The New 45» ist ein andere Art Stück als ich das bisher persönlich gewöhnt war. Es ist jazziger, man kann wirklich seinen eigenen Impuls geben, den eigenen Stil, die eigene Musikalität finden.“

So verabschiedet sich das junge Ensemble mit bekannter Frische aus der Digitalen Spielzeit 2021 und hofft auf zahlreiche Gastspiele in der kommenden Spielzeit.