Bayerisches Junior Ballett München: Programm 2

01. Jul. 2021, 20:00 Uhr @ Heinz-Bosl-Stiftung
Heinz-Bosl-Stiftung

In seinem zweiten Programm der Digitalen Spielzeit 2021 zeigt das Bayerische Junior Ballett München ab 1. Juli 2021 zwei sehr unterschiedliche Stücke: das spritzig-humorvolle «Ballet 102» von Eric Gauthier und die mystische Kreation «Im Wald» für sieben Herren von Xin Peng Wang. Ivan Liška, Künstlerischer Leiter der Company, führt in das Programm ein. Darüber hinaus berichten Tänzerinnen und Tänzer der Company nicht nur vom Lernprozess und den unterschiedlichen stilistischen Anforderungen der beiden Stücke, sondern auch von ihrem Leben als Mitglied der Company.

 

Phoebe Schembri und Hélian Poitié tanzen das unterhaltsame «Ballet 102» von Eric Gauthier, das dieser im Rahmen einer Ballettgala im Moskauer Kreml 2016 choreografierte. Eric Gauthier selbst äußert sich zu seiner virtuosen Choreografie folgendermaßen: „«Ballet 102» ist eine augenzwinkernde Satire auf die 102 Positionen des klassischen Pas de deux. Obwohl frei erfunden, sind Ähnlichkeiten mit Figu­ren aus realen Balletten bedeutender Choreografen von Marius Petipa und Vaslav Nijinski über John Cranko und Mats Ek bis zu John Neumeier oder Mauro Bigonzetti weder zufällig noch unbeabsichtigt...“ Das Erlernen der rasanten Choreografie war für die beiden jungen Ensemble-Mitglieder eine anspruchsvolle Erfahrung. „Es wird an manchen Stellen sehr kompliziert und schnell, aber es hat sehr viel Spaß gemacht es zu lernen,“ erklärt Phoebe Schembri ihre Arbeit an«Ballet 102». Eric Gauthier leitet seit 2007 die von ihm gegründete Gauthier Dance-Company in Stuttgart. Sein Debüt als Choreograf hatte Gauthier 2005 im Programm Junge Choreographen der Noverre-Gesellschaft.  Mit«Ballet 101» gewann er sowohl den Publikumspreis als auch den Preis der Kritik beim 21. Internationalen Wettbewerb für Choreographen der Ballettgesellschaft Hannover. 2011 wurde Eric Gauthier mit dem deutschen Tanzpreis Zukunft für Choreografie ausgezeichnet.

Als weiteres Programm-Highlight entführen sieben Herren der Company das Publikum mit «Im Wald» des Dortmunder Ballettdirektors Xin Peng Wang in eine mystisch-sinnliche Welt. 2019 für eine Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung choreografiert, gastierte die Company damit bereits erfolgreich an zahlreichen Orten im In- und Ausland. So schrieb der Südkurier über «Im Wald»: „Jeder der Münchner Tänzer stellt seinen ganzen Körper in den Dienst dieser breiten Ausdruckspalette und zusammen schaffen sie es, ihr individuelles Vermögen wirkungsvoll als Gruppe zu integrieren.“ Zur Musik der aufstrebenden jungen französischen Komponistin Camille Pépin choreografierte Wang in Gruppen- und Solomomenten eine metaphorische Wald-Welt. Die Ursprünglichkeit des Waldes wird ausgedrückt durch Instinkte, Triebe und Impulsives. Die Tänzer verwandeln sich zu Flora und Fauna und lassen so das Publikum teilhaben an einer Wald-Welt, die tief in uns anklingt. Xin Peng Wang ist seit 2003 Ballettdirektor am Theater Dortmund. Der in China geborene Wang studierte Choreografie an der Peking Dance Academy und an der Essener Folkwang Hochschule. Für das Dortmunder Theater kreierte er mehr als vierzig verschiedene Produktionen, darunter zahlreiche abendfüllende Handlungsballette. Seine Kreation «Im Wald» gibt den jungen Tänzern die Möglichkeit die eigenen Grenzen zu erfahren. So beschreibt Ensemble-Mitglied Joaquin Angelucci: „Für mich ist Im Wald ein Stück, bei dem ich aus den menschlichen Grenzen heraustreten kann, um eher animalische und ursprüngliche Zustände zu erforschen. Das erlaubt mir gleichzeitig auch zu erkunden, bis wohin ich die Bewegungen ausloten und die Soli wirklich zu meinen eigenen machen kann.“