7. SINFONIEKONZERT

06. Jun. 2021, 11:00 Uhr @ Badisches Staatstheater Karlsruhe
Staatstheater Karlsruhe

Werke von I. Strawinsky, W. A. Mozart und B. Martinů

Igor Strawinsky Konzert für Kammerorchester „Dumbarton Oaks“ Es-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Flöte und Orchester G-Dur KV 313
Bohuslav Martinů Toccata e due Canzoni H 311                

Es ist ein kleines Paradies mitten im Herzen von Washington D.C.: Über vier Hektar umringen terrassenförmig angelegte Gärten ein prachtvolles Landhaus. Verschlungene Pfade und Treppen verbinden die unterschiedlichen Parks und Gärten an den Hängen. Es sind die eindrucksvollen Gärten von Dumbarton Oaks, durch die 1937 auch Igor Strawinsky spazierte und sich inspirieren ließ. Die damaligen Eigentümer des Anwesens, Robert und Mildred Bliss, lernte er im selben Jahr in New York kennen. Das Ehepaar beauftragte ihn, zur Feier ihres 30. Hochzeitstages ein Konzert zu komponieren.
Es war ein heiterer Anlass, doch das Werk entstand unter tragischen Umständen. Während der Kompositionsarbeit lag Strawinskys Tochter im Sterben. Kraft und Trost suchte er unter anderem in der Musik von Johann Sebastian Bach. Die barocke Form des Concerto grosso und weitere, kleinere Anlehnungen machen diesen biografischen Umstand im Konzert Dumbarton Oaks hörbar. Es ist das letzte Werk, das Strawinsky in Europa schrieb, bevor er endgültig in die Vereinigten Staaten emigrierte.
Auch Wolfgang Amadeus Mozart verließ seine Heimat – jedoch nur für eine Reise –, als er 1778 den Auftrag für sein Flötenkonzert in G-Dur bekam. In dieser Zeit verdrehte ihm Aloysia Weber jedoch mächtig den Kopf und Mozart kam in Zeitnot. So musste er auf alte Kompositionen zurückgreifen. Für diesen pfiffigen Einfall und vielleicht auch, weil das Flötenkonzert nicht so klein, leicht und kurz war wie bestellt, kürzte ihm sein Auftraggeber erheblich das Honorar. Nichtsdestotrotz reihte sich Mozart mit seinem Konzert in die namhafte Flötenliteratur ein und traf vor allem in Frankreich den Nerv der Zeit.
Bohuslav Martinů ist einer der ganz großen Kompositen des 20. Jahrhunderts, originell und bewundernswert, jedoch nicht allen bekannt. Ein Grund ist sicherlich, dass er lange Zeit im amerikanischen Exil verbringen musste. Fast 25 Jahre lang konnte er seine tschechische Heimat nicht mehr betreten. 1953 kam er wieder zurück nach Europa. Es war nicht nur eine Rückkehr in die Heimat, sondern mit seiner Toccata e due Canzoni auch eine Rückkehr zu seiner Lieblingsform, dem Concerto grosso. Und auch in diesem Werk zeichnet sich wie bei Igor Strawinsky ein biografischer Schicksalsschlag ab: Vor Vollendung des letzten Satzes stürzte Martinů und brach sich seinen Schädel. Die Folgen waren ein Gehörschaden und Gleichgewichtsstörungen. Erst nach einigen Monaten konnte er das Werk vollenden. So erfährt die leichte Art der Canzone im dritten Satz eine ungewöhnliche Dramatik und Melancholie.

Tamar Romach Flöte Johannes Willig Dirigent 
BADISCHE STAATSKAPELLE

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