Die Jungfrau von Orleans

24. Jun. 2021, 20:00 Uhr @ Online-Vorstellung | Nationaltheater Mannheim
21. Internationale Schillertage

20.00 Uhr Vorfilm

Geisterspiele: Fear 4 Vier

Videoarbeit von hfs_ultras | Uraufführung | Auftragswerk

Was ist mit uns allen passiert, ist alles nicht viel schräger als sonst? Die Realität ist verquer: Die Zeit vergeht, aber sie fühlt sich an, als würde sie stehen. Wir sind bedauerlicherweise alleine, aber die Anderen kommen viel zu nah. Vier Personen haben permanent Angst, die all ihre Eindrücke färbt, so sehr, dass sie ihre Welt gestaltet. Die vier erleben Situationen miteinander, objektiv überschneiden sich ihre Erfahrungen, ihr Erleben ist aber individuell durch die eigenen Ängste verzerrt. Der Kurzfilm »Fear 4 Vier« beschreibt kollektive Angstzustände, die von außen auf uns Menschen einwirken und in jeder einzelnen Person verschiedene Verhaltensmuster hervorrufen: denn die Welt schenkt uns die Bühne, um unseren eigenen Horror zu inszenieren.

 

Regie, Konzept und Drehbuch: Carolina Cesconetto Ton: Valentin Herfurth Sound Postproduktion: Túlio Borges Musik: Helene Richter Bass-Klarinette, Aufnahme und Mixing: Yaşar Kan Bratsche: Melisa Delgado Cello: Myrthe Boshart Kontrabass & Aufnahme: Esat Ekincioğlu Kamera: Karl-Ludwig Reuter Schnitt: Karl-Ludwig Reuter und Carolina de A. Cesconetto Kostüme: Carolina de A. Cesconetto und Andreina Vieira dos Santos Regieassistenz: Annika Fahland und Johan Richter Maske: Tobias Büttner


Mit: Julia Zupanc | Lorenz Grabow | Philipp Keßel | Raquel Villar

 

Eine Koproduktion von den hfs_ultras mit dem Nationaltheater Mannheim.

 

 

Im Anschluss

Die Jungfrau von Orleans

Romantische Tragödie nach Friedrich Schiller | In einer Bearbeitung von Joanna Bednarczyk | Übersetzt von Olaf Kühl

 

Gotteskriegerin, Bauernmädchen mit Halluzinationen oder Rebellin? Die historische Jeanne d’Arc wurde erst zur Heerführerin ernannt, dann als Hexe verbrannt und schließlich zur Heiligen verklärt. Wer war diese junge Frau, der es gelang, einem autoritären System die Stirn zu bieten und eine ganze Gesellschaft mitzureißen? War sie fanatisch, durchtrieben oder entschlossen? In der »romantischen Tragödie« von 1801 zeigt Friedrich Schiller seine »Jungfrau von Orleans« als Zerrissene zwischen ihrer Mission und ihren eigenen Gefühlen. Heldinnen dürfen nicht lieben – und nicht scheitern. Schiller erfindet ein alternatives Ende und lässt Johanna heroisch auf dem Schlachtfeld fallen. Seine Version des Mythos von Jeanne d'Arc nimmt die junge polnische Regisseurin Ewelina Marciniak zum Anlass, über heldische und einflussreiche Frauen heute nachzudenken. Wer sind die Johannas der Gegenwart? Soldatinnen? Aktivistinnen? Und wie geht unsere Welt mit ihnen um? In ihrer Heimat Polen ist Ewelina Marciniak bereits ein Regiestar. Seit 2018 arbeitet sie auch an deutschen Theatern, u. a. am Hamburger Thalia Theater und am Theater Freiburg. Ihr Interesse an neuen Erzählformen verbindet sie mit der Erforschung weiblicher Perspektiven auf Theatertexte.

 

Dauer: ca. 1 Stunde und 30 Minuten,

In deutscher Sprache

 

 

Im Anschluss an die Vorstellung

Stadt(nach)gespräch »Die Jungfrau von Orleans«

Wie gestaltet sich unser Zusammenleben in Mannheim? Was heißt eigentlich »zusammen«? Und was kann das Theater von einer weiblichen Stadtgesellschaft lernen?

Um dieser Frage nachzugehen, gründet das Theaterhaus G7 in Kooperation mit dem NTM das Projekt »Johannas Visionen«. Zehn Frauen*, die als Vertreterinnen* der Stadtgesellschaft die Festivalbesetzerinnen* der Schillertage bilden. Sie hinterfragen das Festivalmotto und gestalten die Nachgesprächsreihe »Stadt(nach)gespräch«. Sie recherchieren und forschen, um schließlich Forderungen und Wünsche zu formulieren, wie eine andere Stadtgesellschaft denkbar wäre und wie Zusammenleben heute in Mannheim aussehen sollte.