Buschmann/Brendemühl: „Exilio-in der Fremde“ Konzert

22. Feb. 2022, 20:00 Uhr

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Nora Buschmann, Alex Brendemühl

Brecht verbrachte 15 Jahre seines Lebens im Exil. Eine einschneidende biographische Erfahrung, die von Millionen von Menschen in der Vergangenheit und in der Gegenwart geteilt wird. „Exilio“ verleiht der Realität all derer Ausdruck, die sich gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen. Mit Texten, Musik und einem audiovisuellen Szenographie, die sich aus dokumentarischen und künstlerischen Elementen speist. Der vielfach ausgezeichnete Filmschauspieler Alex Brendemühl, die Stargitarristin Nora Buschmann, der Regisseur Lalo García und die Produzentin Txell Sabartés sind diesem Thema auch durch eigene Familiengeschichten verbunden, die sich im Spanischen Bürgerkrieg, in der Franko-Diktatur, dem zweiten Weltkrieg und der ehemaligen DDR zugetragen haben.
Ein Pool von historischen Texten und Musik aus der Feder von Autorinnen, Autoren und Komponisten, die in der Vergangenheit selbst gezwungen waren, ihr Land, zu verlassen, wird zum Spiegel für die Gegenwart, in der Abertausende Menschen noch immer tagtäglich das gleiche Schicksal erleiden.
Nora Buschmann
begreift „Exil“ aus drei verschiedenen Blickwinkeln: „Einerseits bin ich in Ost Berlin geboren und bin mit der Mauer aufgewachsen. Exil war immer präsent, viele Freunde waren aus politischen Gründen gezwungen zu gehen oder nach West Berlin zu flüchten. Einige waren im Gefängnis. Auf der anderen Seite war mein Stiefvater ein polnischer Kommunist. Viele seiner Kameraden und Verwandten, die ich kennengelernt habe kämpften im Krieg. Schließlich habe ich in Griechenland und in Argentinien gelebt. Dadurch habe ich verstanden, was es heißt sich selbst einen Ort zu gestalten, neue Sprachen zu lernen und neue Gepflogenheiten.“
Alex Brendemühl
Auch Alex Brendemühls Biographie ist von Exilerfahrungen gezeichnet: „Mein Urgroßvater, war in der Zeit der Republik Präsident am katalanischen Kassationshof. Wegen seiner Überzeugungen und seinem Posten
wurde er ins Exil gezwungen. Aus dem gleichen Grund war mein Großvater im Gefängnis, auch er galt als „roter und katalanischer Nationalist“. Demgegenüber stand mein Vater, der mit gerade mal 18 Jahren die DDR
verlassen musste, weil er sich nicht an die ideologischen Maßstäbe des Regimes anpasste.“